Männer.Feuer.Gespräch am 17.2.2026

Am 17. Februar trafen wir uns gegen 19:15 Uhr an einem nasskalten Abend um die Feuerschale zwischen Kirche und Gemeindesaal. Wir entzündeten das feucht gewordene Feuerholz. Kein großes Ritual. Kein Spektakel. Und bald schon verzog sich die anfängliche Rauchentwicklung und das Feuer brannte gut. So gut, dass klar war: Für diesen Abend braucht es kein Nachlegen. Das Holz sank langsam in sich zusammen und wurde zu tragender Glut. Draußen war es nasskalt. Drinnen – im Kreis – wurde es uns warm genug.

Menschen kamen vorbei. Manche blieben kurz stehen. Andere gingen weiter. Dann gesellte sich eine Frau einfach dazu. Ohne Einladung. Ohne Zögern. In offenherziger Erwartung. Und genau so kamen wir ins Gespräch miteinander. Nicht fromm geschniegelt, sondern ehrlich. Es ging um evangelisch leben. Nicht als Etikett, sondern als Haltung. Um würdig sterben, Abschied nehmen, loslassen wollen und können. Um Unterschiede zwischen evangelisch und katholisch. Nicht in kämpferischer Opposition, sondern noch bestehende Unterschiede klärend.

Viele biblische Texte zeigen uns: Gott braucht keine Mittler, keine Kulisse, keine Inszenierung. Er kommt zum Menschen direkt. Durch sein Wort. Durch die Gemeinschaft. Durch die Stille zwischen zwei Sätzen. Martin Luther nannte seine Frau Katharina nicht nur Ehefrau, sondern auch „meine Männin". Ein Wort, das irritiert und genau deshalb trifft. Keine Frömmigkeitskulisse, sondern gelebte Freiheit. Das Reformatorische „allein durch Gnade, allein durch Glauben“ meint ja gerade, dass der Mensch sich nichts zu erkaufen hat. Er/sie/es darf einfach ankommen und dabei sein. Genau das prägte unseren Treffen rund um das Feuer. Das war spürbar an diesem Abend. Im Gespräch, im Schweigen.

Irgendwann stellte sich heraus: Die Frau wollte eigentlich zur Fastengruppe von Pfarrer Stoffers. Datum verwechselt. Fehler oder eine geistliche Punktlandung? Gott handelt oftmals dort, wo wir es nicht erwarten. Er öffnet Möglichkeiten, die wir gar nicht gesucht haben. Unsere Gesprächsrunde aus Männern und einer Männin trug, weil unsere Gedanken ihren Raum bekamen. Und weil Schweigen nicht peinlich war, sondern passte.

Der Heilige Geist weht, wo er will. Was im Johannesevangelium nachzulesen ist, erlebten wir an diesem Abend. Nicht im Programm, sondern im Dazwischen. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Aufmerksamkeit. Wer offenherzig bleibt, wird es bemerken.

Für uns zeigte sich Gottes Geist an diesem Abend: nicht laut, nicht spektakulär, sondern leise und klar. Wie das Feuer, dass am späteren Abend keine Flamme mehr hervorbrachte, sondern sich unmerklich in Glut verwandelt hatte. Und genau die wärmte am längsten.

Gegen 20:30 Uhr verabschiedeten wir uns mit Handschlag. Wir löschten die Glut und gingen auseinander. Nicht unterhalten. Sondern berührt. Das ist vielleicht der Kern dessen, was evangelische Gemeinschaft ausmacht: weniger Event, mehr Echtheit. Weniger Ablenkung, mehr Tiefe. Weniger Kulisse, mehr Wort. Und genug Wärme, um das Herz nicht erkalten zu lassen.